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 | Archiv 2005 |
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Eindrucksvolle Aufführung des "Stabat mater"
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Zu einem großen Erfolg wurde das diesjährige Große Domkonzert am Christkönigssonntag, 20. November mit der Aufführung des „Stabat mater“ von Antonín Dvořák. Trotz widriger Begleitumstände im Vorfeld (die Generalprobe musste aufgrund eines Heizungsschadens vorzeitig abgebrochen werden) gelang den Ausführenden, den Solisten Katja Pieweck (Sopran), Ruth Sandhoff (Alt), Xavier Moreno (Tenor), Hiroshi Matsui (Bass), dem erweiterten Trierer Domchor und dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz unter der Stabführung von Domkapellmeister Stephan Rommelspacher eine einrucksvolle Aufführung des 90minütigen Werks. Die knapp 1000 Zuhörer im Dom dankten mit lang anhaltendem, stehenden Applaus.
Bildergalerie mit Konzertimpressionen: klicken Sie hier. Konzertrezension von Gerhard M. Kluth im „Trierischen Volksfreund“: klicken sie hier.
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Harald Schmitt - Der erste Domkantor in Trier
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Von Februar 2002 bis Juli 2005 war Harald Schmitt der erste Domkantor an Deutschlands ältester Bischofskirche. Die Stelle des „Domkantors“ wurde damals neu eingerichtet, um einen deutlichen Schwerpunkt in der musikalisch-pastoralen Kinder- und Jugendchorarbeit am Dom setzen zu können.
Harald Schmidt, geboren in Bad Camberg brachte einen reichen Erfahrungsschatz mit, der sich auch in den Stationen seiner musikalischen Laufbahn widerspiegelte: Schulzeit und musikalische Prägung bei den Limburger Domsingknaben, Studium an Konservatorium (Klavier) und Musikhochschule Frankfurt (A-Kirchenmusik und Gesang). Zu seinen Lehrern gehörten Christoph Biller, Mathias Breitschaft und Winfrid Toll (Chorleitung), Martin Lücker (Orgel), Heinz Werner Zimmermann (Tonsatz) und Godehard Joppich (Gregorianik). Schon während des Studiums arbeitete er in der Dommusik Mainz als Assistent von DKM Mathias Breitschaft und nach dem Studium auch als Domkantor mit (in dieser Zeit u.a. Gründung und Aufbau des "Mädchenchor am Mainzer Dom und St. Quintin“), zuletzt war er Bezirkskantor im Bistum Limburg in Bad Ems, und leistete dort erfolgreiche Arbeit mit dem jugendlich geprägten St. Martinschor. Auch als Tenorsolist ist der ehemalige Schüler Berthold Possemeyers gerne gefragt. Daneben betreute er als künstlerischer Leiter die Internationalen Orgelfestwochen im Kultursommer Rheinland-Pfalz.
Harald Schmitt wechselte zum 1. August 2005 als Domkapellmeister an die St. Hedwigs-Kathedrale Berlin.
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Bewegender Abschied von Domkantor Harald Schmitt
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Schon seit längerem war es bekannt: Domkantor Harald Schmitt ist zum Domkapellmeister an die St. Hedwigskathedrale Berlin berufen worden. Am 1. August tritt er sein neues Amt in der Hauptstadt an. Am Sonntag, 17. Juli fand seine Verabschiedung statt.
Zum letzten Mal dirigierte Harald Schmitt an diesem Sonntagmorgen „seine“ Jugendkantorei im voll besetzten Dom. Das Programm dieses von Dompropst Werner Rössel zelebrierten Hochamts demonstrierte nochmals auf eindrucksvolle Weise das hohe musikalische Niveau, das Harald Schmitt in den gerade einmal dreieinhalb Jahren seines Wirkens in Trier mit der im Herbst 2002 neu gegründeten Jugendkantorei erreicht hat. In der „Peace Mass“ von Bob Chilcott, in Felix Mendelssohn Bartholdys Motette „Laudate pueri Dominum“ und in Wolfram Buchenbergs „Sanctus“ demonstrierte der Chor seine Stärken: mühelose, strahlende Höhen, rhythmische Präsenz und Textverständlichkeit, lupenreine Intonation.
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Vor allem das anspruchsvolle Werk des Münchner Komponisten Buchenberg, seiner 2004 für das zehnjährige Jubiläum der Mädchenkantorei am Mainzer Dom entstandenen „Missa für gleiche Stimmen und Orgel“ entnommen, stellte für die knapp 50 jungen Sänger(innen) im Alter von 10 bis 16 Jahren einen echten Prüfstein dar. Galt es doch, dissonante Klänge, metrische Wechsel und vertrackte Rhythmen zu meistern, und das alles „frei schwebend“ über einer virtuosen Orgelbegleitung (gewohnt souverän: Ulrich Krupp). Doch getragen von Harald Schmitts zwingendem Dirigat, nahm die Jugendkantorei alle Hürden mühelos und ließ Buchenbergs ausdrucksstarkes Opus zum Höhepunkt des Gottesdienstes werden.
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Die anschließende Verabschiedung im heiteren Rokoko-Ambiente der Promotionsaula des Bischöflichen Priesterseminars war als Chormatinee angekündigt. Rund 300 Zuhörer, darunter auch die Weihbischöfe Jörg Peters und Robert Brahm, Generalvikar Georg Holkenbrink, Alt-Dompropst Hermann Josef Leininger und zahlreiche Mitglieder des Domkapitels, bildeten ein stattliches Auditorium.
Die Jugendkantorei, der hohen Temperaturen wegen nicht in ihren roten Chorpullis, sondern in hellen T-Shirts angetreten, bot einen repräsentativen Querschnitt durch ihr in den letzten drei Jahren aufgebautes Repertoire. Im ersten Teil erklangen Motetten von Felix Mendelssohn Bartholdy, Josef Rheinberger, Michael Haller und nochmals das „Sanctus“ von Wolfram Buchenberg, im mittleren Abschnitt Bob Chicotts pfiffige „City Songs“ und als Finale schließlich die „Hits“ der Jugendkantorei von Barbara Wolfmann, Jay Althouse, Patrick Liebergen, Zsolt Gárdonyi und John Rutter, am Ende das unvermeidliche „The Lord bless you and keep you“.
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Dompropst Werner Rössel dankte in seiner Ansprache zunächst den Kindern für ihr enormes Engagement und den Eltern für ihren unterstützenden Rückhalt. Er sprach von der Freude, die jeder Gottesdienst mit der Jugendkantorei den Besuchern im Dom bereite. „Ihr helft uns beten, Euer Singen trägt unsere Gebete hinauf zum lieben Gott“. In bewegten Worten würdigte der Dompropst dann die Verdienste des Pädagogen und Musikers Harald Schmitt, sein „kurzes, aber ungemein fruchtbares Wirken“ in Trier, was sich einerseits im erstaunlichen chormusikalischen Niveau, besonders aber im hohen Motivationsgrad der jungen Sänger zeige. Er skizzierte seinen musikalischen Werdegang ausgehend von Bad Camberg über Limburg, Mainz, Bad Ems und zuletzt Trier, und äußerte Verständnis dafür, dass er sich nun der Herausforderung stelle, die Leitung der traditionsreichen Dommusik an der Berliner Hedwigskathedrale zu übernehmen.
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Als Erinnerung an Trier überreichte er dem scheidenden Domkantor einen wertvollen Stich des Trierer Doms.
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Am Ende seiner Rede bat Dompropst Rössel Thomas Kiefer, den designierten Nachfolger zu sich, stellte ihn kurz den Anwesenden, vor allem den Kindern und Eltern vor, und gab ihm ein herzliches Glückauf und Segenswünsche mit auf den Weg.
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Domkapellmeister Stephan Rommelspacher drückte seinen Dank in sehr persönlich gehaltenen Worten aus. Er nannte die mit der Einrichtung der Domkantorenstelle 2002 eingeleitete Neuausrichtung der musikalischen Nachwuchsarbeit am Trierer Dom eine „Erfolgsstory“, die untrennbar mit dem Namen Harald Schmitts verknüpft sei. Rommelspacher ließ nochmals die wichtigsten Stationen aus dem Wirken des scheidenden Domkantors Revue passieren: Dienstbeginn im Februar 2002, die ersten Domgottesdienste, die Singfreizeiten und Chorfahrten, die Singspiele, die Teilnahme am Pueri-Cantores-Chorfestival, die ersten Konzerte in Niederehe, Kyllburg und in der Trierer Welschnonnenkirche. Er erinnerte an seine Arbeit mit den Chorklassen des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums, an seine Mitwirkung beim Aufbau der Kooperation zwischen Dommusik und der Bischöflichen Grundschule St. Paulin sowie an den umfangreichen Planungen für den anstehenden Neubau der Schule auf dem Gelände des ehemaligen Konvikts. Er rühmte die „Sekundärtugenden“ Schmitts, sein organisatorisches Geschick, seinen gekonnten Umgang mit den modernen Medien, seinen Humor, seine freundliche Kollegialität im Team der Dommusiker, vor allem aber die Herzlichkeit und Menschlichkeit im Umgang mit den ihm anvertrauten Kindern, neben seiner hohen fachlichen Kompetenz, so Rommelspacher, „das eigentliche Erfolgsgeheimnis der Arbeit Harald Schmitts“.
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Schließlich überreichte Stephan Rommelspacher seinem scheidenden Kollegen eine Reihe von Präsenten, die ihn einerseits „an Trier erinnern“ sollten, andererseits als kleine „Starthilfe für seine Arbeit im bekanntlich finanziell arg gebeutelten Erzbistum Berlin“ gedacht seien. Darunter befanden sich unter anderem eine Großpackung Gummibärchen, „wichtiger Bestandteil der aus Mainz importierten Gummibärchen-Pädagogik“, eine Trillerpfeife, „um schlecht erzogene Berliner Großstadtkinder zur Ordnung zu rufen“, ein großes Paket Konzeptpapier (rein zufällig das durch seinen Weggang Makulatur gewordene Briefpapier der Dommusik), ein Schirm mit Abbildungen der Trierer Sehenswürdigkeiten „für Berliner Regentage“, die neue DVD des Trierer Doms, falls ihm gelegentlich der Sinn nach einer „richtigen Kathedrale“ stehen sollte... Aber auch ein gerahmtes Fotoportrait der Jugendkantorei in ihrer neuen Chorkleidung, der Live-Mitschnitt des von der Jugendkantorei gestalteten Festhochamts vom Pfingstmontag 2005 und eine große Patchworkdecke, aus individuell gestalteten Stoffquadraten aller Jugendkantorei-Kinder zusammengenäht, wurden Harald Schmitt von der Mosel an die Spree mitgegeben.
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Harald Schmitt selbst, tief gerührt von der Sympathie-Welle, die ihm in dieser Stunde entgegenschlug, bedankte sich in warmen Worten für alles, was ihm in den dreieinhalb Trierer Jahren ermöglicht worden sei. Er dankte der Bistumsleitung, dem Domkapitel, seinen Dommusiker-Kollegen, den Eltern, vor allem aber „seinen“ Jugendkantorei-Kindern, die er ins Herz geschlossen habe und die ihm jetzt fehlen würden. Er hätte sich „beschenkt und getragen“ gefühlt und verlasse Trier und den Dom schweren Herzens. Gleichzeitig äußerte er sich zuversichtlich, dass es mit Thomas Kiefer gut weitergehen werde und wünschte seinem Nachfolger Gottes Segen und eine glückliche Hand.
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Emotional und tränenreich ging die Feier zu Ende, als die ältesten Mädchen der Jugendkantorei (laut DKM Rommelspacher die „girls der ersten Stunde“) Harald Schmitt zum Abschied ein Lied vortrugen, das sie auf die Melodie eines bekannten ABBA-Songs selbst getextet hatten:
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Danke, lieber Harald! Wir wollen singen, unsre Traurigkeit bezwingen. Was wird dieses Leben?Was wird es ohne Dich, Deine Musik? Was wird der Dom, was ohne Dich? Wir singen: bleib doch hier in Trier! Wir brauchen dich so sehr.
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Hier geht es zu den Bildergalerien der Abschiedsfeier.
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