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Leitwort
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„Kommt und seht“ Joh 1,39: Leitwort der Heilig Rock-Tage 2005
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Evangelium nach Johannes 1,35 – 39
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Die ersten Jünger
Am Tag darauf stand Johannes wieder dort, und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!
Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit ihm und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
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Eine Deutung
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Suchen und Finden sind Grunderfahrungen menschlichen Lebens. Das Johannesevangelium stellt die christliche Berufung in diesen grundlegenden Lebenszusammenhang. Der Täufer Johannes macht seine Jünger auf Jesus aufmerksam. Diese gehen, neugierig geworden, hinter ihm her – noch unsicher und mit gebührendem Abstand. Jesus wird aufmerksam und ergreift die Initiative: “Was wollt ihr?“ – wenn sie das so genau wüssten. So antworten sie mit einer Verlegenheitsfrage: „Rabbi, wo wohnst du?“ Darauf erfolgt die entscheidende Einladung: „Kommt und seht!“ Und dann ist es ganz einfach: „Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm.“ Und schließlich das Ergebnis, das nicht für sich behalten, sondern weitergesagt wird: „Wir haben den Messias gefunden.“
Es ist die Einladung, die es möglich macht, das aus dem Suchen das Finden wird. Der Mensch gewordene Gott übt keinen Zwang aus, er will auch nicht überwältigen. Jeder darf und muss sich selber und seine Erfahrungen ins Spiel bringen.
Nach der jahrhundertelangen selbstverständlichen Zugehörigkeit zur christlichen Kirche sind die Menschen unserer Tage wieder aufs Neue Suchende geworden. Das ist aber die Voraussetzung zu finden. Wer glaubt, schon alles zu haben, wird nicht mehr suchen. Gott schaltet sich ein in unsere menschliche Neugierde und unsere Unsicherheit. Der Glaube wird zur spannenden Entdeckungsreise.
Und das Finden hat Folgen. Andreas, einer der beiden, die der Einladung gefolgt waren, sagt es weiter: „Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. ... Er führte ihn zu Jesus.“
Prälat Franz-Josef Gebert
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