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Domchor-Aktuell

Puccini und Rutter im Großen Domkonzert

Musikalische Einstimmung auf Liebfrauen-Wiedereröffnung

Das diesjährige Große Domkonzert am Samstag, 3. September, 20 Uhr findet am Vorabend der Wiedereröffnung der restaurierten Liebfrauenbasilika statt. Es versteht sich als musikalische Einstimmung auf das große Fest. Fest- und Lebensfreude pur verströmen auch die beiden Werke, die von Domkapellmeister Stephan Rommelspacher aus diesem Anlass auf das Programm gesetzt wurden.

Eröffnet wird der Abend mit Giacomo Puccinis Messa di Gloria, einem jugendlichen Geniestreich des zu ihrer Enstehungszeit gerade mal 22jährigen Komponisten. Die Nähe des hochromantischen Werks zur Oper und zum glühend verehrten Vorbild Giuseppe Verdi ist unverkennbar.

Das zweite Stück stammt aus der Feder des britischen Erfolgskomponisten John Rutter. Er ließ sich zu seinem Magnificat von Marienfesten inspirieren, wie er sie in Südamerika und der Karibik erlebt hatte. 1990 in der New Yorker Carnegie Hall uraufgeführt, ist das mitreißend-schwungvolle Stück mittlerweile schon zum Klassiker geworden und erklingt nun erstmals auch in Trier.




 

Mehrere „hauseigene“ Ensembles der Dommusik bilden für diese Aufführung einen stattlichen, über 100köpfigen Chor: die Jungen Herren der Trierer Domsingknaben, der Mädchenchor am Trierer Dom sowie der erweiterte Trierer Domchor. Als Puccini-Solisten sind der Stuttgarter Tenor Robert Morvai und der saarländische Bariton Vinzenz Haab zu hören. Im Rutter-Magnificat gibt die junge Sopranistin Mechthild Rommelspacher, ein „Eigengewächs“ der Dommusik ihr Solo-Debut in einem Domkonzert. Die Begleitung übernimmt das Philharmonische Orchester der Stadt Trier in großer Besetzung, die Leitung hat Domkapellmeister Stephan Rommelspacher.

Karten zu 26 EUR (Schüler und Studenten 13 EUR) gibt es in bei allen bekannten Vorverkaufsstellen, bei der Dominformation und online über www.ticket-regional.de.

Weitere Informationen und Ticket-Buchung hier.


 

Gustav Mahler: 3. Symphonie

Ein erstes konzertantes Highlight im Juni wird die Mitwirkung in Gustav Mahlers dritter Symphonie sein. Unter der Leitung von Jacques Mercier singen die Damen des Domchors gemeinsam mit dem Mädchenchor am Trierer Dom, begleitet vom Orchestre National de Lorraine und der Deutschen Radiophilharmonie den vierstimmigen Frauenchorpart in zwei Konzerten am Freitag, 17. Juni im Weltkulturerbe Völklinger Hütte und am Samstag, 18. Juni im Arsenal Metz, einem der schönsten Kontzertsäle Europas. Auch die Trierer Domsingknaben wirken mit. Sie übernehmen die Knabenchorpartie.

Weitere Informationen und Tickets


 

Domchor-Urgestein verabschiedet

Ewald Becker war 39 Jahre Mitglied der Dommusik

Nach dem Festhochamt am Ostermontag, 25. April wurde in einer kleinen Feierstunde Ewald Becker aus den Reihen des Domchors verabschiedet. 1952 in den Chor eingetreten, hat Ewald Becker mit einigen Unterbrechungen insgesamt 39 Jahre lang unter den Domkapellmeistern Johannes Klassen, Paul Schuh, Rudolf Heinemann, Klaus Fischbach und zuletzt Stephan Rommelspacher gesungen. In einer kleinen Ansprache dankte DKM Rommelspacher dem „Domchor-Urgestein“ Ewald Becker für sein außergewöhnliches Engagement sowie seine Zuverlässigkeit und Treue im Dienste der Musica Sacra an der Hohen Domkirche. Als Erinnerungspräsent überreichte er ihm unter anderem eine historische Chormappe mit Goldaufdruck „Trierer Domchor“ sowie der Zahl „39“, welche für seine 39jährige Chormitgliedschaft steht. Unser Foto zeigt Ewald Becker im Kreise seiner Tenorkollegen und DKM Stephan Rommelspacher sowie Domkantor Thomas Kiefer.


 

Glanzvoller Abschluss

Mosel Musikfestival präsentiert Marienvesper im Trierer Dom vor 1000 Zuhörern

Vor 400 Jahren hat Claudio Monteverdi seine Marienvesper geschrieben. Für die Musica Sacra ist dieses Werk von elementarer Bedeutung. Erstmals erklang es nun im Trierer Dom – vor über 1000 Zuhörern.

Von unserem Mitarbeiter
Gerhard W. Kluth

Trier. Erschöpft, aber sichtlich zufrieden und glücklich nahm Domkapellmeister Stephan Rommelspacher den Applaus entgegen, der den Trierer Dom nach dem Abschlusskonzert des Mosel Musikfestivals erfüllte. Gerade war das majestätische und strahlende sechsstimmige Amen des Magnificats der „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi verklungen.

Die Marienvesper dürfte zu den Zielen eines jeden Chorleiters gehören, dessen Ensemble eine gewisse Qualität erreicht hat und in der Lage ist, den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Dabei sind die Interpretationsauffassungen und auch die Antworten auf die Besetzungsfragen so zahlreich wie bei kaum einem anderen Werk. Viele Aufführungen finden heute in chorischer Minimalbesetzung statt.

Rommelspacher ging einen anderen Weg, verstärkte den Domchor sogar durch den einst von ihm gegründeten Kammerchor „Capella Nova“ aus Villingen (Einstudierung Christian Schmitt). Befürchtungen, der rund 80 Stimmen starke Klangkörper könnte zu massiv, zu schwer für die Vesper sein, waren unbegründet. Rommelspacher hatte einen wundervollen, erstaunlich schlanken Chor formiert, der sich frisch und beweglich zeigte. Es war alles vertreten, was man sich für die Darstellung dieser Komposition an der Nahtstelle zwischen Renaissance und Barock wünschen konnte. Einerseits die notwendige Leichtigkeit und Transparenz, andererseits aber auch die gravitätische Feierlichkeit, die einem „Sicut erat“ oder dem „Gloria patri“ jene Erhabenheit verliehen, die buchstäblich unter die Haut ging. Zu bewundern war wieder einmal die hohe Präzision, mit der der Chor über die gesamte Dauer dem klaren Dirigat Rommelspachers folgte.

Exzellent homogen erwies sich das Solistenquartett mit den Sopranistinnen Monika Mauch und Nele Gramß, den Tenören Hans Jörg Mammel und Jürgen Ochs sowie dem Bassisten Ekkehard Abele. Sie bildeten eine klangliche Einheit und glänzten ausnahmslos mit technischer Souveränität. Mit dem Orchester „L’arpa festante“ aus München hatte Rommelspacher einmal mehr auf das „Trierer Hausorchester“ in Sachen Alte Musik gesetzt und wurde nicht enttäuscht. Angeführt von Konzertmeister Christoph Hesse zauberten die Musiker mit ihren historischen Instrumenten in gewohnt beeindruckender Manier eine schier unendliche Palette an Klangfarben in die Trierer Mutterkirche. In aller Bescheidenheit reichte Rommelspacher am Ende eines Konzertes, mit dem drei Jubiläen gefeiert wurden, die stehenden Ovationen an Solisten, Orchester und nicht zuletzt an den Chor weiter. 400 Jahre Marienvesper, 25 Jahre Mosel Musikfestival und zehn Jahre Stephan Rommelspacher als Domkapellmeister in Trier (am 1. Oktober). Für alle drei Anlässe war dieses Konzert eine würdige Gratulation.

Hier sehen Sie Bilder von der Aufführung im Trierer Dom.

Sehen Sie hier Impressionen vom Probenwochende der beidem Chöre auf Schloss Ortenberg.


 

Domchor besuchte Ascoli-Piceno

Eindrucksvolle Chorfahrt in Triers italienische Partnerstadt

Triers Partnerstadt Ascoli-Piceno war das Ziel einer fünftägigen Chorfahrt, die der Trierer Domchor rund um den Feiertag Christi Himmelfahrt unternommen hat. Die 44 Reiseteilnehmer, darunter auch Dompropst Werner Rössel, waren begeistert vom Flair der stark vom Mittelalter, aber auch von ihren römischen Wurzeln geprägten Stadt in der an Umbrien und die Toscana grenzenden Provinz Marken in Mittelitalien.



 

Das vom Partnerschaftsreferat der Stadt Ascoli organisierte Programm umfasste auch Exkursionen in geschichtsträchtige Orte der Umgebung, so nach Offida, in die alte Bischofsstadt Fermo, an das nahe gelegene Mittelmeer sowie nach Norcia (Nursia), die Geburtsstadt des Hl. Benedikt am Fuß der Sibillinischen Berge. Nicht unwesentlich zur exzellenten Stimmung der Gruppe trug das überwiegend freundliche, warme Wetter bei sowie die stilvolle Unterbringung in der Villa Sgariglia, einem zum Hotel umgebauten ehemaligen Gutshof, malerisch inmitten von Weinbergen und Olivenhainen etwas außerhalb der Stadt gelegen.


 

Höhepunkt der Fahrt war ein Konzert in der Kathedrale San Emidio, das der Chor am Abend des Himmelfahrtstages mit Werken von Hans Leo Hassler, Jakobus Gallus, Gregor Aichinger, Maurice Duruflé, Charles Villiers Stanford, Knut Nystedt und anderen gab. Solistische Beiträge steuerten der mitgereiste, dem Domchor freundschaftlich verbundene Bariton Vinzenz Haab sowie Lorenz Rommelspacher (Oboe) bei. An Orgel und Piano begleitete Domkantor Thomas Kiefer, die Leitung hatte Domkapellmeister Stephan Rommelspacher. Vor dem Konzert war der Chor von Bischof Silvano Montevecchi und von Vizebürgermeister Giovanni Silvestri begrüßt und mit Gastgeschenken bedacht worden.


 

Den Schlusspunkt unter fünf ereignisreiche Tage setzte ein Gottesdienst, den Dompropst Rössel mit dem Chor in der Krypta der Kathedrale feierte. Dort befindet sich das Grab des aus Trier stammenden Hl. Emidius, des in Ascoli hoch verehrten ersten Bischofs der Stadt. Die Tatsache, dass Emidius in Trier geboren wurde, begründete vor über 50 Jahren die Partnerschaft zwischen beiden Städten und bestimmte damit letztlich auch das Ziel einer Fahrt, die in die Annalen des Trierer Domchors eingehen wird.



 

Sehen Sie hier Fotoimpressionen der Ascoli-Fahrt:

Fotogalerie A (Chronologie Teil 1)
Fotogalerie B (Chronologie Teil 2)
Fotogalerie C (Schnappschüsse & Impressionen)

Rezension Schöpfung

Lesen Sie hier die Rezension zum Domkonzert am 20. Juni 2009 mit Joseph Haydns "Schöpfung".

Sehen Sie hier Fotoimpressionen vom Domkonzert.