Willkommen bei der Dommusik Trier!

Wir laden Sie ein, sich auf unserer Website umfassend über das musikalische Leben am Trierer Dom, der ältesten Kathedrale Deutschlands, zu informieren. Sie erfahren hier Wissenswertes über die vier Chöre – Domchor, Domsingknaben, Mädchenchor und Kathedraljugendchor – sowie die Orgelmusik am Trierer Dom. Der Kalender informiert Sie über Gottesdienst- und Konzerttermine.

Trauer um Domkapellmeister i.R. Prof. Klaus Fischbach

Im Gedenken an Prof. Klaus Fischbach

Am 9. Februar 2017 verstarb der ehemalige Domkapellmeister und Leiter der Bischöflichen Kirchen­musikschule Trier, Prof. Klaus Fischbach plötzlich im Alter von 81 Jahren in seinem Arbeitszimmer in Trier. 27 Jahre lang, von 1973 bis 2000, prägte er in diesen Funktionen das musikalische Leben am Dom und im Bistum Trier.

Fischbach, geboren und aufgewachsen im Eifelort Wallenborn, aus dem auch sein Förderer und  Vorgänger als Domkapellmeister, Johannes Klassen, stammte, studierte Kirchenmusik an der Musik­hoch­schule Saar. Nach seinem Studium arbeitete er als Kirchenmusiker u.a. in den Kirchen­ge­mein­den Britten, Quierschied und an der Basilika St. Johann in Saarbrücken. Nach fast zwanzigjähriger Kirchenmusikertätigkeit im Saarland wurde er Direktor der Musikschule der Stadt Krefeld (1971-1973).

1962 gründete er auf Mitinitiative des Saarländischen Rundfunks den „Madrigalchor Klaus Fischbach“, den er bis zu seinem plötzlichen Tod geleitet hat. Mit seinen „Madrigalisten“ gelang es ihm, zahlreiche geistliche und weltliche CD- und Rundfunkproduktionen zu realisieren sowie viele Pre­ise bei internationalen Wettbewerben zu gewinnen.

Zum 1. Oktober 1973 wurde er als erster Nichtpriester zum Domkapellmeister am Hohen Dom zu Trier berufen. Seitdem leitete Fischbach außerdem die Bischöfliche Kirchenmusikschule, aus der zahl­reiche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker hervorgingen, die nach absolvierter C-Aus­bil­dung und teilweise Fortsetzung der Ausbildung an Musikhochschulen in unserem Bistum, aber auch da­rüber hinaus tätig waren und immer noch sind.

Mit seinen zahlreichen Chorkompositionen vom einfachen Choralsatz bis zur großen Orchester­mes­se, in die auch die Gottesdienstgemeinde einbezogen wurde, war er maßgeblich daran beteiligt, in Trier die neuen liturgischen Anforderungen des Zweiten Vatikanischen Konzils musikalisch um­zu­setzen. Dabei erreichte er mit seinem Domchor eine beachtliche Qualität, die sich u.a. 1980 im Ge­winn des 2. Preises beim Chorwettbewerb der Europäischen Rundfunkanstalten „Let the peoples sing“ in der Kategorie „Große Chöre“ manifestierte. Seine Kompositionen fanden weite Verbreitung, die Reihe „musica trevirenses“ wurde maßgeblich von ihm mitgeprägt. Einige seiner Kompositionen wurden bei nationalen und internationalen Wett­bewerbsausschreibungen ausgezeichnet.

Gemeinsam mit Domorganist Josef Still kann Prof. Klaus Fischbach als der „Erfinder“ des Trierer Abend­lobs gesehen werden, das erstmals bei Heilig-Rock-Wallfahrt 1996 eingeführt wurde und bis heu­te ein fester Bestandteil der jährlich stattfindenden Heilig-Rock-Tage im Trierer Dom geblieben ist.

Ein besonderer Verdienst von Klaus Fischbach war es, im Zuge seiner Doppelfunktion eine enge Ver­knüpfung von Dommusik und Kirchenmusik in den Gemeinden des Bistums Trier geschaffen zu ha­ben. Legendär waren die Wochenenden, bei denen er Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker aus der ganzen Diözese zusammenführte, um sie schließlich mit neuen musikalischen Anregungen und Im­pulsen wieder in ihre Gemeinden zu entlassen. Als Domkapellmeister wirkte er maßgeblich mit am Aufbau der Regionalkantorenstruktur des Bistums und gehörte deren Konferenz bis zum Jahr 1995 an.

Auch in seinem „Unruhestand“ ließ ihn die Kirchenmusik nicht los; sein kompositorisches Schaffen ging weiter. So erschien unter anderem zur Einführung des neuen Gotteslobs das „Trierer Chorbuch zum Gottes­lob“, das er gemeinsam mit Stephan Rommelspacher im Bärenreiter-Verlag herausgab und das insbesondere die von ihm ins Leben gerufene spezielle Trierer Tradition des Wechsel­gesangs zwischen Gemeinde und Chor betont.

Die Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Bistum Trier trauern um einen Mann aus ihren Reihen, der sich um die Musik in unserem Bistum große Verdienste erworben hat. Der Trierer Domchor verneigt sich in großer Dankbarkeit vor einem herausragenden Chorleiter, Komponisten und Pädagogen. Seine Musik wird im Dom noch lange Zeit weiterklingen.

Die Trierer Dommusik würdigt ihren ehemaligen Domkapellmeister im Rahmen eines Gedenkgottesdienstes am Samstag, 25. März um, 10 Uhr im Trierer Dom mit Chor- und Orgelmusik von Klaus und Klaus-Ewald Fischbach.


Prof. Thomas Kiefer, Domkapellmeister

Matthias Balzer, Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule im Bistum Trier